Orangefarbener Wein gehört heute neben Weiß-, Rot- und Roséwein einfach dazu. Das haben wir auch an der Zahl der Einsendungen für die Rice&-Verkostung gesehen. Vor vier Jahren erhielten wir etwa 35 Flaschen für die Verkostung mit demselben Thema. Jetzt sind 63 Flaschen eingegangen. Nicht alle Orangenweine sind auch buchstäblich orange, aber wenn es sich um einen Weißwein handelt, der mit den Schalen vergoren wurde, darf er diesen königlichen Namen mit Stolz tragen.
Text: Magda van der Rijst | Bild: Michael Dziedzic, Unsplash
Obwohl bei weitem nicht alle Orangenwein weiß und es immer noch hip klingt, ist diese Art der Weinherstellung tausende von Jahren alt. Sie stammt aus Georgien, wo der Wein in der Vergangenheit in Tonamphoren hergestellt wurde, kvevriDie Trauben wurden mitsamt der Schale vergoren, wodurch ein dunkler, fester Weißwein entstand. Im Laufe der Jahrhunderte änderten sich die Methoden. Die weißen Trauben wurden entrappt und gepresst, die Tongefäße wichen Fässern aus Holz, Beton und Edelstahl, man fügte Sulfit hinzu, um die Oxidation zu verhindern, und all dies führte zu einem hellgelben Weißwein mit frischem, fruchtigem Geschmack.
Neue Welle
Dieser Wandel vollzog sich überall, außer in Georgien. Dort arbeiteten sie gewohnheitsmäßig auf ihre eigene Weise weiter. Vor etwa 25 Jahren entdeckten Winzer aus dem italienischen Friaul und der slowenischen Goriška Brda den ursprünglich georgischen Ansatz wieder. Von diesen Regionen ging die neue orangefarbene Welle aus, die sich langsam ausbreitete. Sie ist zwar noch Nische Orangenwein gibt es heute in allen möglichen Sorten aus der ganzen Welt.
Möchten Sie mehr lesen? Das können Sie in WINELIFE 97, das Sie kaufen können hier.
Sie wollen keine einzige Ausgabe verpassen? Abonnieren dann abonnieren Sie jetzt das WINELIFE Magazin!
Möchten Sie über die besten Artikel auf dem Laufenden bleiben? Folgen Sie der Zeitschrift WINELIFE auf Instagram, Facebook und melden Sie sich für unsere vierzehntägige Newsletter.
