Warum Weinexperten Riesling lieben und du ihn vielleicht noch unterschätzt

Der Riesling ist ein Charakter, eine Diva, eine Göttin, ein Multitalent und der Liebling vieler Weinexperten, vom Winzer bis zum Sommelier. Sein Geheimnis liegt in seiner Persönlichkeit. Ob man nun einen trockenen oder einen süßen Wein daraus macht: Riesling bleibt Riesling. Der Geschmack variiert jedoch je nach Herkunft, denn der Riesling kann wie keine andere Rebsorte das Terroir im Wein einfangen.
Text: Magda van der Rijst | Bild: Pexels

Riesling mag bei Weinexperten zwar äußerst beliebt sein, doch das gilt nicht für jeden Weinliebhaber. Zu viele Menschen verbinden mit Riesling immer noch diesen altmodischen, süßlichen Weißwein und schauen darauf herab. Süße Rieslinge gibt es zwar, aber die überwiegende Mehrheit ist trocken. Wenn man all diese trockenen Rieslinge aus verschiedenen Weinbaugebieten nebeneinander verkostet, spürt man erst richtig den Einfluss des Bodens und des Klimas.

Kalter Frosch

Riesling liebt ein kühles Klima. Er reift langsam und wird in der Regel relativ spät geerntet. Während der langsamen Reifung entwickelt er seine blumigen und fruchtigen Aromen und behält einen Großteil der Säure, die den Wein so besonders macht. Riesling lebt von seiner Säure, doch diese Säure wirkt bei weitem nicht in jedem Riesling gleich. 

 

Der Riesling ist das Aushängeschild Deutschlands

 

Visitenkarte

Riesling und Deutschland gehören untrennbar zusammen. Rund um die Mosel und den Rhein wird diese Rebsorte schon seit Jahrhunderten angebaut. Der Riesling ist dort die am häufigsten angebaute Rebsorte und das nationale Aushängeschild. Er kommt in allen dreizehn Anbaugebieten vor, in einigen etwas weniger als in anderen. Die Unterschiede lassen sich am Duft und Geschmack erkennen, der von Apfel und Birne über Aprikose und Pfirsich bis hin zu Mango und Papaya reicht.

Die Weine aus der Mosel, dem urklassischen Riesling-Anbaugebiet, haben meist einen geringeren Alkoholgehalt, sind weniger intensiv, aber sehr raffiniert im Geschmack und zeichnen sich durch ein spannendes Wechselspiel zwischen Säure und Süße aus.

Neben Limette, grünem Apfel und weißem Pfirsich weisen viele Moselweine auch eine leicht rauchige Note auf. Die Weine aus Rheinhessen und der Pfalz sind kräftiger, mit Noten von reifer Birne, Pfirsich und spritzigen Zitrusnoten sowie einer kalkartigen Struktur im Mundgefühl. Die Nahe liegt mit ihrer Eleganz und mittleren Fülle ein wenig zwischen Mosel und Rheinhessen. Die Weine aus Württemberg und Franken wirken wiederum etwas würziger.

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