Karin Leeuwenhoek ist Theologin, Önologin und Kommunikationswissenschaftlerin. Sie besitzt neunzig italienische Olivenbäume, liebt aber vor allem Wein - und das Philosophieren darüber. Siehe auch ihren Weinblog vinoblogie.co.uk. Sie schreibt eine Kolumne in jeder Ausgabe des WINELIFE Magazine.
Puh! Was können Menschen, mich eingeschlossen, sich doch alles antun, wenn es um den Geschmack geht. Ein dürftiger Wein, Schnaps, minderwertiger alkoholfreier Mist, bitter verbrannter Instantkaffee, Pu-Erh-Tee und als Krönung des Ganzen: tibetischer Buttertee. Ein salziger, fetter, brüheartiger Tee mit einem riesigen Klumpen Yakbutter darin. Ein Yak ist eine Art Bison oder langhaariges Rind. Aber genug vom Tee, kommen wir wieder zum Wein. Besondere, seltsame Weine.
Ich habe bereits einmal über historischen griechischen Wein geschrieben, der mit Meerwasser gemischt wurde. Das geschah, um die Haltbarkeit zu verlängern und den Wein zu klären. Sogar die Römer haben dieses Verfahren eine Zeit lang kopiert. Salziger Wein, igitt! In Griechenland soll man damit angeblich sogar bis in die 1950er Jahre des letzten Jahrhunderts weitergemacht haben – hoffentlich nur in kleinem Rahmen. Und was ist mit ihrem Retsina? Weißwein mit Harzgeschmack. Ich habe ihn während meiner Ausbildung zum Önologen einmal bewusst gekauft, weil ich ihn unbedingt probieren wollte. Was für eine Qual; als hätte dieser weiße Fusel ein Jahr lang in einem Kiefernwald oder einer Saunakabine gereift.
Was mir da viel besser gefällt, sind die jahrhundertealten Madeira-Flaschen, die manchmal aus Schiffswracks geborgen werden.
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