Kolumne: Als ob das je selbstverständlich wäre

Kolumne: Als ob das je selbstverständlich wäre

Karin Leeuwenhoek ist Theologin, Önologin und Kommunikationswissenschaftlerin. Sie besitzt neunzig italienische Olivenbäume, liebt aber vor allem Wein - und das Philosophieren darüber. Siehe auch ihren Weinblog vinoblogy.co.uk Sie schreibt eine Kolumne in jeder Ausgabe des Winelife Magazine.

Das Jahr 2025 war für die meisten Weinregionen der Welt ein guter Jahrgang. Für einige Gebiete, wie Südafrika, Neuseeland und Teile Europas, sogar außergewöhnlich gut. Zum Beispiel die Champagne und... die Niederlande. Doch was macht einen guten Jahrgang eigentlich aus? Oder gar zur Spitze?

Zunächst einmal muss es während der Wachstums- und Reifezeit warm genug sein, damit die Prozesse der Traubenpflanze optimal ablaufen können. Das bedeutet, dass der Frühling und vor allem der Sommer etwas wärmer als der Durchschnitt sind. Neben der Wärme ist eine ausreichende Sonneneinstrahlung auf das Laub für die Photosynthese erforderlich: die Umwandlung von CO2, Wasser und Licht in Sauerstoff und Zucker. Außerdem sollten die Pflanzen immer gerade genug Feuchtigkeit haben. Auf keinen Fall zu viel, denn Feuchtigkeit erhöht auch das Risiko von Pilzen und anderen Krankheiten und verdünnt‘ die Trauben. Es ist hilfreich, wenn der Boden im Winter und im zeitigen Frühjahr Niederschläge speichern kann, so dass die Wurzeln in einem relativ trockenen Frühjahr und Sommer daraus schöpfen können. Auch die Blüte im späten Frühjahr erfordert für einen erfolgreichen Fruchtansatz ausreichend Wärme und keine Niederschläge oder starken Winde. Die endgültige Erntemenge sollte aus Qualitätsgesichtspunkten nicht übermäßig hoch sein. Idealerweise sollte ein gutes Gleichgewicht zwischen Fruchtkonzentration und ausreichender Menge bestehen.

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