Vor dreißig Jahren habe ich im kanadischen Okanagan-Tal unruhige Weißweine und köstliche Rotweine verkostet. Heutzutage sind das frische Weine, die man in den besten Verkostungsräumen und den dazugehörigen Restaurants schlürfen kann
Text: Jacques Hermus | Bild: Unsplash
Im Jahr 1981 trank ich meinen ersten Wein aus dem Okanagan Valley in Westkanada. Ich war noch ein weinseliges Kind, aber ich trank durstig mit den harten Jungs auf einer Party in Vancouver mit. Ich erinnerte mich vor allem an schwerfällige Weißweine von Winzern, die alte deutsche und elsässische Rebsorten angepflanzt hatten. Und an Rotweine vom Maréchal Foch, einer jener Hybriden, die in kühlem Klima gut gedeihen, mir aber auf der Zunge zerrieben.
Drei Jahrzehnte später hatten die jungen Winzer von Mission Hill, Quail's Gate und Mission Hill die traditionellen Federn abgeschüttelt und müde Klassiker in frische Weine verwandelt. Und sie investierten auch kräftig in die besten Verkostungsräume und die dazugehörigen Restaurants. Kein Wunder, dass wir diese kanadischen Weine bei uns kaum kennen: Einheimische Önotouristen und die zurückhaltend Elite von Vancouver und Umgebung - auch bekannt als La-La-Land - trinkt es selbst. Zum Glück bin ich oft genug dort, um einen Schluck zu nehmen.
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