Nicht alle großen Weingeschichten beginnen in Bordeaux oder der Toskana. Mittel- und Südosteuropa sind Orte, an denen sich Traditionen, Gastfreundschaft und Trauben mit zungenbrecherischen Namen im Glas treffen. Wer wagt den Blick über die Klassiker hinaus?
Text: Jacques Hermus | Bild: Pexels
Für meine erste Geschichte für die noch junge WINELIFE im Jahr 2010 musste ich Namen wie furmint und hárslevelû, juhfark und kadarka erst einmal durchkauen, bevor ich sie schlucken konnte. Aber für die Ungarn sind sie so alltäglich wie Paprika und Gulasch. Sie sind Trauben, aus denen sie die ältesten und schönsten Weine keltern. Oft schwankte ich an den Ufern des Plattensees zu flüssiger Lava aus Somló, trank Stierblut aus Eger und schlürfte den süßen Nektar von Tokaj. Diese Weine zierten die Tische des Restaurants Gundel, Kaiserin Sissy nippte mit größtem Vergnügen an ihnen, Liszt und Bartok krönten ihre musikalischen Triumphe in den kleinen Kneipen neben der Budapester Musikakademie mit Wein, mit Weinschlössern. Und die vielen Male, die ich in Budapest war, haben wir uns ausnahmslos mit Palinka betrunken. Aber die größte Party fand in einem kleinen Restaurant in der Nähe von Tokaj statt, wo ich Tokaji Eszencia, einen Wein, der mit einem Restzucker von 600 Gramm pro Liter eher an Sirup oder Marmelade erinnerte, durch krümeligen Blauschimmelkäse stampfte.
Diese lästigen Holländer
In Limburg kommen Weinliebhaber auf beiden Seiten der Grenze auf ihre Kosten. Vor allem auf der flämischen Seite weiß man besser als jeder andere, wie man ‘die Holländer’ verwöhnt. Zum Beispiel bei der Top-Domäne Genoels-Elderen in Riemst. Die besten Seifenblasen der Niederlande kann man bei Domein Holset in Lemiers probieren. Aber auch in der Apostelhoeve und der Wijndomein St. Martinus sind Sie herzlich willkommen.
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