Schon seine Großeltern bauten Wein an, und sein Großvater arbeitete an einem wichtigen argentinischen Lehrbuch über Wein mit. Dennoch musste Fernando Barberá sehr hart arbeiten, um dorthin zu gelangen, wo er heute ist: in den Portillo-Weinkellereien.
Text SABINA POSTHUMUS / Bild SALENTEIN
Gemessen an der Zahl der Liter und Flaschen ist Argentinien das führende Weinland in Südamerika. Alle Weinkellereien zusammen - und davon gibt es mehr als zweitausend - produzieren bis zu 15 Millionen Hektoliter pro Jahr. Mendoza ist die wichtigste Weinregion; über 75 Prozent des argentinischen Weins stammen von hier. Die Weinberge befinden sich im Süden der Region, mit den Anden als westlicher Grenze. Hier baute sich die Familie Barberá als Auswanderer aus Spanien ein neues Leben auf. Großvater und Großmutter bauten Oliven und Weintrauben an; der junge Fernando half ihnen gerne. Ich war immer draußen", erinnert er sich. Sonntags half ich bei der Olivenernte oder bei der Pflege der Weinstöcke.
Festes Gespräch
Sein Großvater war einer der Hauptautoren des Standardwerks über den Weinbau in Argentinien. Und dieses Buch stand, wie es der Zufall will, auch auf Fernandos Studienplan, als er sich Jahre später an der Universität in Mendoza einschrieb. Eine schlechte Note in meiner Prüfung bedeutete automatisch ein ernstes Gespräch mit meinem Vater", sagt Fernando. Das kam nicht oft vor: Auf seinem Zeugnis standen nur Achten und Neunen. Ich wusste immer, dass ich Wein machen würde, daran bestand kein Zweifel. Aber es war nie einfach.
Fernando kombinierte vier Jahre eines soliden Studiums mit praktischem Lernen. Jeder, der Winzer werden will, arbeitet zur Erntezeit ein paar Monate lang, um Erfahrungen zu sammeln. Vorzugsweise in renommierten Häusern, denn dort kann man am meisten lernen. Ich habe 2012 als Praktikantin bei Salentein angefangen. Ich stand im Keller und kontrollierte die eingehenden Trauben. Im Jahr darauf wurde ich dem Labor von Salentein zugeteilt. Dort werden chemische Analysen durchgeführt: Wie hoch ist der Zuckergehalt der Trauben, wie hoch ist der phenolische Reifegrad und der Säuregehalt? Es sind lange Tage, wir arbeiten bis spät, auch am Wochenende.

Perfekte Trauben!
