Wein damals und heute: Das hat sich in den letzten 50 Jahren verändert

Wein damals und heute: Das hat sich in den letzten 50 Jahren verändert

Wie sah die Welt des Weins vor fünfzig Jahren aus? Eine der berühmtesten Weinautorinnen der Welt, die Britin Jancis Robinson, begann 1975, über Wein zu schreiben. In ‘How wine changed on my watch’ beschreibt sie 50 wichtige Veränderungen und Entwicklungen, die sie in diesen fünfzig Jahren als Weinjournalistin miterlebt hat.
Text: Ingrid Larmoyeur (Het Wijninstituut) | Bild: Pexels

Ein schönes Beispiel: in der ‘’World Atlas of Wine“ (1971) wurden Frankreich 74 Seiten gewidmet. Südamerika musste sich mit zwei begnügen. Neuseeland mit … sieben Wörtern. Mittlerweile gehören Neuseeland, Australien, Chile und Argentinien selbstverständlich zur internationalen Weinwelt.

Wein wurde zugänglicher und war breiter erhältlich. Der Verkauf verlagerte sich vom Fachgeschäft in den Supermarkt. Rebsorten waren vielen Verbrauchern kaum bekannt, bis Hersteller außerhalb Europas sie zunehmend auf dem Etikett angaben. Chardonnay und Cabernet Sauvignon wurden weltweit beliebt. Es folgten Hypes wie Lambrusco und Beaujolais Nouveau, während gleichzeitig Auktionen exklusiver Weine aufkamen.

Vom Keller zum Weinberg

Kalifornien bewies, dass es mit Frankreich mithalten konnte, Australien eroberte Europa mit reifem Chardonnay und Shiraz, und der Schraubverschluss wurde zu einer ernstzunehmenden Alternative zum Korken. Winzer aus der Alten und der Neuen Welt tauschen mittlerweile intensiv Wissen und Techniken aus, wodurch Grenzen verschwimmen.


In letzter Zeit verlagert sich der Fokus vom Weinkeller auf den Weinberg. Das Interesse an einheimischen Rebsorten, Terroir und regionaler Identität wächst ebenso wie das Interesse an biologischem und biodynamischem Weinbau, Biodiversität und Bodengesundheit.

Auch in unseren Gläsern hat sich viel verändert: Prosecco wurde weltweit äußerst beliebt, Rosé (vor allem aus der Provence) erlebte einen enormen Aufschwung, und Orange-Weine sowie Naturweine traten auf den Plan.

Und die größte Veränderung dieses Jahrhunderts? Laut Robinson ist das der Klimawandel. Die Ernte findet im Durchschnitt etwa zwei Wochen früher statt. Dürre, Waldbrände, Frost, Hagel und Überschwemmungen bedrohen den Weinbau, während sich die weltweite Weinkarte unter anderem aus diesem Grund in Richtung kühlerer Gebiete verschiebt.

 

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