Spitzenwein verliert als Anlageobjekt an Glanz

Spitzenwein verliert als Anlageobjekt an Glanz

Ende des vergangenen Jahres wurden die Preise für exklusive Weine (‘fine wines’) erneut ermittelt. Und wieder sind die Preise um fast drei Prozent gesunken. Das geht aus dem Fine Wine 100 Index der Weinbörse Liv-ex hervor, der die Preisentwicklung von 100 der begehrtesten Qualitätsweine auf dem Investmentmarkt verfolgt.
Text: Ingrid Larmoyeur (The Wine Institute) | Bild: Unsplash

Der Markt für Spitzenweine stabilisiert sich, aber die Investoren ziehen sich zurück. Ist Premium-Wein wieder hauptsächlich zum Trinken und nicht zum Handeln da?

Was sind gute Weine?

Edle Weine sind exklusive und teure Spitzenweine, die häufig von Investoren und Händlern gekauft werden, nicht um sie zu öffnen, sondern um sie aufzubewahren und später weiterzuverkaufen. Es handelt sich dabei hauptsächlich um ikonische Weine, die bekannt und selten sind, wie Bordeaux, Burgund, Champagner und zunehmend auch Piemont.

Gekühlt

Nach Jahren des starken Preisanstiegs, insbesondere während der Corona-Periode, hat sich der Markt deutlich abgekühlt. Bordeaux und Burgunder sind auf das Preisniveau von 2020 zurückgefallen. Der Fine Wine 100 Index zeigt, dass die Pandemie-Spitze so gut wie verschwunden ist. Zu den Ursachen gehören strengere Vorschriften, höhere Kosten, weniger spekulatives Kapital und Einfuhrzölle, die insbesondere die Nachfrage in den USA gedämpft haben.

Für Anleger ist Wein derzeit weniger attraktiv. Das liegt daran, dass seine Rendite hinter anderen Anlagen wie Aktien oder Gold zurückbleibt. Für Weinliebhaber stellt sich die Situation anders dar. Weniger Spekulationen bedeuten oft eine bessere Verfügbarkeit und weniger überhöhte Preise für kultige Flaschen.

Hinzu kommt ein Generationswechsel. Jüngere Weinkäufer legen weniger Wert auf Investitionen und mehr auf Nachhaltigkeit, Authentizität und Trinkgenuss. Piemont und Champagne bleiben interessant, aber vor allem als Genussweine, nicht als Finanzprodukte.

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