Während die Welt am vergangenen Wochenende von Donald Trumps Truppenabzug gegen den venezolanischen Diktator Nicolás Maduro aufgeschreckt wurde, spürt der US-Weinsektor seit langem die Auswirkungen eines instabilen politischen Klimas.
Text: Ingrid Larmoyeur (The Wine Institute) | Bild: Unsplash
In Kalifornien, dem Herzen des amerikanischen Weinbaus, werden die Auswirkungen immer deutlicher. Einige Weinberge werden sogar entwurzelt, während andere gezwungen sind, unbearbeitet zu bleiben. Nicht, weil die Trauben keine Qualität mehr liefern, sondern weil einfach nicht genug Personal zur Verfügung steht. Die verschärfte ICE-Politik zur Arbeitsmigration hat zum Verschwinden vieler Saisonarbeiter geführt, während der Weinbau in hohem Maße von Handarbeit abhängig ist.
Hinzu kommen die Auswirkungen von Trumps Handelskriegen und Einfuhrzöllen. Der Verkauf von US-Wein wird auf mehreren Märkten immer schwieriger. Man denke an Boykotte in Ländern wie Kanada, aber auch an die wachsende Abneigung der europäischen Verbraucher. Nicht wegen des Weins selbst, sondern wegen einer allgemeinen Abneigung gegen die USA als Handels- und Politikpartner. Weniger Exporte bedeuten vollere Keller, geringere Erträge und Druck auf die Erzeugerpreise.
Die Folge: Die Weingüter schieben Investitionen auf, die Weinberge werden weniger intensiv gepflegt und manche Erzeuger geben ganz auf. Das bekommen vor allem kleinere und mittlere Weingüter zu spüren, obwohl sie es sind, die für regionale Vielfalt und Individualität sorgen.
Was in Washington geschieht, überträgt sich auch auf den Weinberg. Wein ist kein alleinstehendes Luxusprodukt, sondern Landwirtschaft, Menschenarbeit und Welthandel in einem.
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