Ab diesem Herbst wird es erstmals ein international anerkanntes Gütesiegel geben, mit dem sich offiziell registrierte Old-Vine-Weinberge auszeichnen können.
Text: Ingrid Larmoyeur (Weininstitut) | Bild: Pexels
Das Interesse an alten Rebstöcken nimmt weltweit zu. Nicht nur wegen ihres historischen Wertes, sondern auch, weil viele Winzer davon überzeugt sind, dass sie außergewöhnliche Weine hervorbringen können. Die Begriffe Alte Rebe und Vieilles Vignes sind auf Weinetiketten sehr beliebt, doch eine weltweit einheitliche Definition gibt es nicht.
Ab dem 1. Oktober 2026 dürfen Winzer mit offiziell zertifizierten alten Rebstöcken ein „Old Vine Registry“-Siegel auf ihren Flaschen, ihrer Website und sogar im Weinberg verwenden. Auch Importeure, Weinhandlungen und Weinwettbewerbe dürfen das Gütesiegel führen.
Gütesiegel
Warum ist das interessant? Bislang gibt es keine weltweit festgelegte oder gesetzlich geschützte Definition von ‘Old Vines’ oder „Vieilles Vignes“. Daher variiert es je nach Land, Weinbaugebiet und Erzeuger, ab wann Rebstöcke als „alt“ gelten. Häufig wird ein Alter von 35 bis 50 Jahren zugrunde gelegt, doch eine offizielle Grenze gibt es nicht.
Das neue Gütesiegel sorgt hier für mehr Klarheit. Nur Weinberge, die im Old Vine Registry eingetragen sind und die Voraussetzungen erfüllen, dürfen das neue Siegel verwenden. Dabei müssen mindestens 85% der Rebstöcke 35 Jahre oder älter sein. Es wird verschiedene Varianten für Weinberge geben: 35+, 50+, 75+, 100+ und sogar 150+ Jahre.
Alte Rebstöcke verdienen Schutz
Alte Rebstöcke liefern in der Regel einen geringeren Ertrag. Dies führt oft zu Trauben mit einer höheren Konzentration an Aromen, Geschmacksstoffen und Struktur. Viele Winzer sind der Erfahrung nach der Meinung, dass dies zu intensiveren und komplexeren Weinen beitragen kann.
Das Ziel des neuen Siegels besteht nicht nur darin, den Verbrauchern mehr Sicherheit zu geben, sondern auch darin, alte Weinberge besser zu schützen. Wenn Weinliebhaber den Wert dieser besonderen Weinberge erkennen und bereit sind, dafür zu zahlen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie für künftige Generationen erhalten bleiben.
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