Chianti gibt es ab sofort auch als Rosé

Chianti gibt es ab sofort auch als Rosé

Bei „Chianti“ denkt man wahrscheinlich sofort an einen Rotwein aus der Toskana. Doch das ändert sich nun. Seit dem 13. Juni 2026 ist der „Chianti Rosé DOCG“ offiziell zugelassen. Damit erhält eines der bekanntesten Weinanbaugebiete Italiens einen völlig neuen Weinstil.
Text: Ingrid Larmoyeur (The Wine Institute) | Bild: Pexels


Der neue Rosato muss zu mindestens 50% und höchstens 100% aus Sangiovese bestehen. Der Rest darf mit den für den Chianti zugelassenen roten Rebsorten wie Canaiolo Nero, Colorino, Merlot und Cabernet Sauvignon sowie mit maximal 10% weißen Rebsorten ergänzt werden.


Während der Weinbereitung bleiben die Traubenschalen nur wenige Stunden mit dem Most in Kontakt, woraufhin eine sanfte Pressung folgt. Das Ergebnis soll ein hell lachsrosa, trockener Rosé mit frischer Säure, wenig Tanninen und großem gastronomischem Potenzial sein. Kurz gesagt: eher ein ernstzunehmender Rosé zum Essen als ein Poolwein.

Was auffällt


Auffällig ist, dass auch die bekannten Chianti-Unterregionen wie Rufina, Colli Senesi und Colli Fiorentini fortan ihren eigenen Chianti Rosé DOCG produzieren dürfen. Zudem wurde eine neue Unterregion angekündigt: Terre di Vinci, benannt nach dem Geburtsort von Leonardo da Vinci.


Ebenfalls auffällig: Die traditionelle, mit Stroh umwickelte Fiasco-Flasche, das Wahrzeichen des klassischen Chianti, ist für Chianti Rosé ausdrücklich verboten. Der neue Wein erhält dadurch auch ein zeitgemäßes Erscheinungsbild.

Erweiterung

Auf die ersten Flaschen müssen wir wahrscheinlich nicht mehr lange warten. Chianti Rosé darf nämlich bereits ab dem 1. Dezember nach der Lese abgefüllt und verkauft werden, während roter Chianti erst ab dem 1. März auf den Markt kommen darf. Die Lese 2026 wird der erste Jahrgang sein, der vollständig nach den neuen Vorschriften hergestellt wird.


Chianti gehört schon seit Jahrzehnten zu den berühmtesten Weinnamen der Welt, spielte jedoch bislang noch keine Rolle auf dem schnell wachsenden Markt für Qualitätsrosé. Mit diesem Schritt entscheidet sich das Konsortium nicht für einen Bruch mit der Tradition, sondern gerade für deren Erweiterung. Der bewährte Sangiovese spielt weiterhin die Hauptrolle, nur nun auch in einer frischen Rosé-Variante.

 

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