Château Lafleur verlässt die AOP Pomerol und Bordeaux und wird zu Vin de France

Château Lafleur verlässt die AOP Pomerol und Bordeaux und wird zu Vin de France

Ein Schock in Bordeaux: Château Lafleur, eines der renommiertesten Häuser in Pomerol, verlässt die Appellationen und bringt alle seine Weine als... Vin de France ab dem Jahrgang 2025 heraus. Ja, Sie haben richtig gelesen: von der obersten bis zur "untersten" Kategorie.
Text: Ingrid Larmoyeur (The Wine Institute) | Bild: Markus Spitske via Pexels

Nach Ansicht der Familie Guinaudeau, Eigentümerin von Château Lafleur und fünf zugehörigen Domänen, darunter Grand Village und Les Champs Libres, lassen die Appellationsvorschriften zu wenig Spielraum, um ihre Weinberge an den sich beschleunigenden Klimawandel anzupassen. Man denke an die Bewässerung, den Schutz vor Hitze oder Frost durch Netze, die Bepflanzungsdichte oder sogar die Verwendung anderer Rebsorten. In den AOP Bordeaux und AOP Pomerol sind diese Themen praktisch unerwähnt geblieben. Der Klimawandel erfordert jedoch Flexibilität. Das Motto von Lafleur: "Wir ändern uns, um gleich zu bleiben". Sie wollen mehr Freiheit, um die Qualität für die Zukunft zu sichern, und stoßen mit ihrem Schritt die Regulierungsdebatte an.

Verrat

Lafleur, der bereits des "Verrats" bezichtigt wurde, wählt also Freiheit und Kreativität gegenüber der Tradition. Damit folgen sie anderen Ikonen wie dem Liber Pater von Loïc Pasquet in den Graves oder auch Angelo Gaja, der 1996 dem Barolo und Barbaresco den Rücken kehrte. Für Bordeaux ist dies ein Weckruf, denn wenn selbst eine Ikone wie Lafleur Pomerol verlässt, wie nachhaltig ist dann das System?

Der Wein bleibt derselbe Lafleur, mit demselben Terroir und derselben Qualität, ist aber durch Innovation zukunftssicherer geworden. Nur das Etikett ändert sich.

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