Jahrelang herrschte die Vorstellung, dass vor allem jüngere Generationen weniger Alkohol trinken, während die Babyboomer (etwa 62 bis 80 Jahre) angeblich die größten Trinker seien.
Text: Ingrid Larmoyeur (The Wine Institute) | Bild: Unsplash
Eine neue internationale Studie des Marktforschungsinstituts IWSR zeichnet jedoch ein differenzierteres Bild.
Gerade die Babyboomer scheinen ihren Alkoholkonsum am stärksten einzuschränken. Gesundheit, Wohlbefinden und ein sich wandelnder Lebensstil spielen dabei eine wichtige Rolle.
Der Trend scheint dahin zu gehen, nicht mehr, sondern bewusster zu trinken. In der Welt des Weins ist diese Entwicklung deutlich zu erkennen. Viele Weinliebhaber entscheiden sich zunehmend für Qualität statt Quantität, entdecken unbekanntere Rebsorten und Weinbaugebiete und genießen ein gutes Glas Wein bewusster.
Mehr Erlebnis
Auch das Bild der Generation Z muss differenziert betrachtet werden. Die jüngste Generation der Erwachsenen lehnt Wein nicht pauschal ab. Den Forschern zufolge suchen sie vor allem nach einem Erlebnis: eine authentische Geschichte hinter dem Wein, eine ansprechende Präsentation und einen Wein, der zu einem besonderen Moment mit Freunden oder der Familie passt. Darüber hinaus gehören Cocktails und andere Getränke häufiger zu ihrer Auswahl.
Einer der Forscher fasst es wie folgt zusammen: “Ich glaube nicht, dass jüngere Weintrinker den Wein ablehnten. Ich glaube, sie lehnten die Art und Weise ab, wie ihnen der Wein präsentiert wurde.”
Die Unterschiede zwischen den Generationen sind somit offenbar geringer als oft angenommen. Der Trend geht nicht dahin, weniger zu trinken, sondern bewusster auszuwählen. Und vielleicht ist genau das die wichtigste Entwicklung für die Weinwelt.
[Quelle: IWSR, internationale Verbraucherumfrage in 15 wichtigen Alkoholmärkten weltweit.]
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