Chinas Weintraum zerbricht

Chinas Weintraum zerbricht

China schien auf dem besten Weg zu sein, eines der größten Wein produzierenden Länder der Welt zu werden, aber neue Zahlen zeigen, dass sowohl die Weinproduktion als auch der Weinkonsum in China im freien Fall sind.
Text: Ingrid Larmoyeur | Bild: Sergey Reikin via Unsplash

Der Weinkonsum in China erreichte 2017 seinen Höhepunkt und ist seitdem um 71% gesunken. Die Weinproduktion ist seit dem Höchststand im Jahr 2012 sogar um 84% gesunken! Was ist passiert?

Jüngere chinesische Verbraucher entschieden sich massenhaft für Bier, Whisky oder Baijiu anstelle von Wein, als die Wirtschaft nachließ und die Kaufkraft unter Druck geriet. Strenge Anti-Korruptionskampagnen schränkten auch Luxusgeschenke und ausgefallene Bankette ein - genau die Orte, an denen oft teurer Wein serviert wurde. Hinzu kam die Corona-Pandemie, die den Umsatz im Gastgewerbe und bei Feiern zum Erliegen brachte.

In der Zwischenzeit sahen sich die chinesischen Weinerzeuger mit Qualitätsproblemen und der harten Konkurrenz durch Importwein konfrontiert. Viele Winzer gaben auf oder verlegten sich auf die lukrativere Landwirtschaft. Und wo chinesische Investoren früher prestigeträchtige Häuser in Bordeaux als Statussymbole kauften, stellen sie sie jetzt wieder zum Verkauf. Auch dort flacht das Interesse ab.

Das Ergebnis? Weniger chinesischer Wein im Glas - und ein wichtiger Wachstumsmarkt weltweit, der stark geschrumpft ist.

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