Tradition mit Zukunft

Tradition mit Zukunft

Seit vier Jahrhunderten ist das Maison Lorgeril ein fester Bestandteil des Languedoc. Mit Henri de Lorgeril als neuem Direktor steht nun die 11. Generation am Ruder. Aufgewachsen in den Weinbergen und ausgebildet außerhalb der Weinwelt, kehrt er zu seinem Familienerbe zurück. WINELIFE wirft einen Blick in ein Haus, in dem sich Tradition und Zukunft treffen.
Text: Charlotte van Zummeren | Bild: Maison Lorgeril

Die Geschichte der Adelsfamilie De Lorgeril reicht vierhundert Jahre zurück. Im Jahr 1620 ließ sich die Familie auf einem Schloss in Pennautier, einer kleinen Stadt in der Nähe von Carcassonne, nieder. Vor Jahrhunderten wurden in diesem Schloss Könige mit ihrem gesamten Gefolge empfangen. Es war eine große Ehre, wenn der König oder die Königin bei einem wohnte. Die Säle, in denen der Hofstaat damals residierte, sind heute noch zu sehen. Das Château de Lorgeril wird auch Château de Pennautier genannt, was auf eine Heirat zwischen den Urgroßeltern von De Lorgeril und Pennautier in ferner Vergangenheit zurückgeht. Die Weine des Châteaus werden unter dem Namen Lorgeril abgefüllt.

Neuer Direktor

Nicolas und Mirèn de Lorgeril führten das Schloss ab 1987 weiter. Sie kauften weitere Domänen, nämlich Mas de Montagnes im Roussillon, Château de Ciffre in Saint-Chinian und Domaine La Borie Blanche im Minervois. Durch diese Erweiterung verfügt die Familie nun über eine beachtliche Fläche von 340 Hektar im Languedoc. Henri de Lorgeril, der Sohn von Nicolas und Mirèn, ist die 11. Generation. Er ist seit kurzem der neue Direktor des Familienunternehmens. Geboren und aufgewachsen in Carcassonne, wo er zwischen den Weinbergen und Kellern des Châteaus aufwuchs, ist die Welt des Weins für ihn nichts Neues. Als Kind begleitete ich meine Eltern bei der Weinlese und verbrachte viele Stunden an den Abfüllanlagen; dort wurde wahrscheinlich meine Liebe zum Wein geboren‘, sagt er. Doch nach seinem Abschluss ging er nicht in den Weinberg, sondern in die Wirtschaft. Er half beim Aufbau von Start-ups. Ich wollte Erfahrungen außerhalb der Weinwelt sammeln. Schließlich gründete ich eine Personalvermittlungs- und Beratungsfirma, die ich 2022 verkaufte. Es mag langweilig klingen, aber die Kombination aus Wurzeln Das Wissen um Wein und die Erfahrung im Unternehmertum sind ein wesentlicher Teil dessen, was Henri ist, sagt er. Das prägt die Art und Weise, wie ich die Zukunft des Weins sehe, mit Raum für Innovation, Übertragung und Neuerfindung.‘

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