Die Zeiten ändern sich und Esporão ändert sich mit ihnen. Manchmal auch gegen den Strom und damit dem voraus, was andere in der portugiesischen Weinindustrie tun und denken. Bereits 2007 begann das Unternehmen mit dem ökologischen Weinbau.
Text: Niels van Laatum | Bild: Esporão
Seit 2019 sind die gesamten fünfhundert Hektar der eigenen Weinberge als "Bio" zertifiziert. Damit besitzt Esporão 18 Prozent aller Bio-Weinberge in Portugal. Siehst du, so macht man einen Unterschied für die Umwelt. Vor allem, wenn man als einer der fünf größten Erzeuger des Landes auch das Outfit seiner Flaschen verkleinert, wie bei der neuen Colheita-Linie. Wir sprachen mit dem "Chefwinzer" José Luís Moreira da Silva über diese Weine und ihre aktuellen Herausforderungen.
Weniger ist mehr
Die Colheita-Weine von Esporão haben ein Facelifting erhalten. Ergänzend zur Monte Velho-Serie gibt es nun einen Weiß- und einen Rotwein in neuem Gewand. Damit unterstreicht dieser Weinproduzent immer mehr das, wofür er wirklich steht und worauf Sie als Weinliebhaber scharf sind: Wein, der die Natur und Ihren Geschmack von seiner besten Seite zeigt.
Die wichtigsten Änderungen, die Esporão vorgenommen hat, sind wie folgt. Durch den Verzicht auf Kapseln auf der Flasche werden jährlich 5.000 Kilogramm Aluminium und 1.965 Kilogramm CO2-Emissionen eingespart. Auch der Druck der Etiketten wurde vereinfacht. Durch den Verzicht auf die Goldbeschichtung werden 26 Kilometer nicht wiederverwertbare Folie aus Aluminium und Kunststoff eingespart.
Ziemlich spannend
José Luís Moreira da Silva - wie kommt man in Portugal nur immer auf diese wunderbaren Namen? - ist seit 2022 Chefwinzer bei Esporão. Seine Karriere begann dort schon früher. Nach einem Studium der Mikrobiologie und einem Master-Abschluss in Önologie arbeitete José zunächst in renommierten Weingütern im Douro-Gebiet. Da er in Porto geboren und aufgewachsen ist, war seine Wahl naheliegend. Bis er 2015 auf Esporão stieß. Vom Douro verlagerte er seine Arbeit über die Weinregion Vinho Verde in Richtung Alentejo. Nach seiner Beförderung zum Chefwinzer und dem Eintritt in die Geschäftsleitung beschloss José, mit seiner Familie nach Evora zu ziehen. Eine relativ kleine, historische Stadt zwischen der spanischen Grenze und Lissabon. Das war einfacher als wir dachten. Mit drei Kindern, von denen das älteste damals dreizehn Jahre alt war, fanden wir den Umzug sehr spannend. Sie wurden hier in der feinen Energie von Evora sehr unabhängig. Jetzt wollen sie nicht mehr zurück. Für uns ist es vielleicht noch schwieriger, da viele unserer Freunde und Familienmitglieder in Porto leben.
Mit einem Fuß im Weinberg
Exklusiv für Abonnenten
Dieser Artikel ist nur für Abonnenten zugänglich. Werden Sie jetzt WineLife-Abonnent und lesen Sie diesen Artikel weiter.
Abonnent werden Anmeldung