Was riecht und schmeckt man beim Wein? Schärfen Sie Ihre Sinne und erleben Sie mit jedem Glas ein neues Geschmackserlebnis.
Text: Marjolein Schuman | Bild: Unsplash

Rot Obst
Von saftigen Himbeeren über süße Erdbeeren bis hin zu sauren Beeren - wer kann schon der Fruchtexplosion in Rotweinen widerstehen? Der chemische Bestandteil Furaneol ist die Grundlage der reifen Erdbeere. Himbeere ist in Pinot Noir, schwarze Johannisbeere in Cabernet Sauvignon und Kirsche entwickelt sich in älteren Weinen.

Mineralität
Dieses Aroma erinnert an feuchte Felsen und frische Luft. Die Mineralität verleiht den Weinen eine erdige, erfrischende Qualität, als würde man einen Schluck aus der Natur selbst nehmen. Häufig bei Weinen aus bestimmten Terroirs mit Kalk, Kreide, Feuerstein oder Salz im Boden. Vulkanische Böden sind gut geeignet.

Schärfe
Ein Hauch von Pfeffer, eine Prise Zimt: Gewürzaromen verleihen dem Wein eine spannende Tiefe, als ob man ein Geheimrezept entdeckt. Sie sind in der Traube enthalten oder stammen vom Ausbau in Holzfässern. In Bordeaux-Verschnitten zum Beispiel. Thymian und Rosmarin in Ihrem Rosé aus der Provence sind auch in Ordnung.

Grüner Apfel
Frisch, knackig, jugendlich, wie ein Biss von einem saftigen Apfel. Die Aromen sind Äthylester, die während der Gärung entstehen. Granny Smith in Sauvignon Blanc, Golden Delicious in Chardonnay, und in reiferen Weinen tendiert das Aroma zu Gold Root. Fair sollte es nicht in einen schäumenden Weißwein schaffen.

Vanille
Ein klassisches Tertiäraroma aus der Reifung in gebrannten Eichenfässern. Die organische Substanz Phenolaldehyd ist die Basis, aber noch romantischer ist die cremige, warme Note, die sich im Glas wie eine Umarmung anfühlt, perfekt für Abende vor dem Kamin. Vom roten Cabernet bis zum weißen Chardonnay.

Zitrusfrüchte
Denken Sie an einen sonnigen Tag mit einer frischen Limette oder einer saftigen Orange. Zitrusaromen bringen Lebendigkeit in Weißwein und Rosé. Zitrone ist zum Beispiel in Riesling und Chenin Blanc enthalten. Aber eine Säure gehört in jeden Wein, um ein Gleichgewicht zu schaffen, als Gegenstück zur Süße der Trauben.

Honig
Süß und verführerisch, die Honigaromen verleihen dem Wein einen Hauch von Luxus. Perfekt für die Momente, in denen man sich selbst verwöhnen möchte. Sie können durch den Pilz Botrytis verursacht werden, der einen höheren Zuckergehalt in der Traube bewirkt. Bei Tokaji Azsu und Sauternes. Oder nehmen Sie älteren Chablis.

Waldduft
Sie haben im Wein den tierischen ‘nassen Hund’, aber auch die erdige, pflanzliche ‘nasse Erde’. Mit Herbstlaub, Reisig und Pilzen, vielleicht sogar Trüffeln. Er entsteht durch Alterung oder Oxidation und trägt zur Komplexität bei. Vor allem älterer Pinot Noir hat ‘sous-bois’. Auch Rioja.

Blumen
Denken Sie an einen blühenden Garten voller duftender Rosen und Veilchen. Die zarte Rose verleiht dem Wein eine elegante Note, zum Beispiel in alten Grands Crus. Bei Weißwein ist sie in Gewürztraminer und Muskateller gut erkennbar. In aromatischen Weißweinen findet man auch Jasmin und Blüten und im Syrah Veilchen.

Mandel
Dieses nussige Aroma lässt an eine gemütliche Bäckerei denken. Mandelnoten verleihen Weinen ein cremiges, luxuriöses Gefühl, als ob man sich ein dekadentes Dessert gönnen würde. Nüsse kommen oft nach der Reifung in Eichenfässern zum Vorschein. Chardonnay enthält Mandeln. Das gilt auch für Champagner mit Brot.
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