Säule Ilja Gort: Korken oder Schraubverschluss

Säule Ilja Gort: Korken oder Schraubverschluss

Der französische Verschlusshersteller Le Bouchage Mécanique machte 1959 eine schockierende Erfindung: einen Verschluss für die Limonadenindustrie, für den man keinen Flaschenöffner brauchte, wie bei dem damals üblichen Kronkorken. Sie tauften dieses Wunderwerk der Technik bouchon à vis, also Schraubverschluss.

Zehn Jahre später kam ein kluger Winzer in Australien auf die Idee, seine Weinflaschen nicht mehr mit einem Korken, sondern mit diesem verrückten Limonadenverschluss zu verschließen. Bingo! Seine Weine waren nicht mehr mit den Korkbakterien infiziert, und vor allem Weiß- und Roséweine schienen unter dem Schraubverschluss frischer und fruchtiger zu sein als unter dem Korken. Australische und europäische Winzer folgten diesem Beispiel, und in den frühen 2000er Jahren begann der Schraubverschluss einen weltweiten Siegeszug. Sieben Jahre später wurde die Hälfte aller Weine weltweit mit diesem Limonadenverschluss abgefüllt.

Mittlerweile ist der Schraubverschluss in Australien und Neuseeland die Norm. Selbst bei Weinen über 30 $ ist niemand mehr überrascht. Über unseren Slurp-Newsletter haben wir eine Verbraucherumfrage durchgeführt. Sie ergab, dass die meisten Schlürfer es vorziehen, einen Korken auf ihrem Wein zu sehen. Die Menschen schätzen die Romantik und das Ritual des Entkorkens ("Kerzenlicht und Rotwein"). Dennoch finden 70 Prozent einen Schraubverschluss praktischer, allerdings nur bei Weiß- und Roséweinen und bei Weinen bis 5 Euro. Rotwein und Weine über 5 Euro sollten einen Korken haben ("Rotwein mit Schraubverschluss, das kann kein guter Wein sein").

Neugierig auf die ganze Kolumne? Sie finden sie im Winelife Magazine, Ausgabe #71. Bestellen Sie diese Ausgabe hier. 

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